Gechichte der Ortsfeuerwehr

 

- Für den historischen Rückblick wurde die Kolkhagener Schulchronik mitverwendet. Die hieraus entnommenen Texte sind kursiv dargestellt; die Angaben in eckigen Klammern sind nachträglich hinzugefügt zum besseren Verständnis. -

 

Im März 1903 schrieb der damalige Dorflehrer Meyer in die Schulchronik:

„ ... , hat das Frühjahr 1902 der politischen Gemeinde Kolkhagen wesentlich Neues beschert. Auf höhere Anordnung hin mußte die Gemeinde ihr Feuerlöschwesen erheblich verbessern. Sie hat sich eine sogenannte Absprotzspritze nebst den dazugehörenden Ausrüstungsgegenständen angeschafft. Zur Bedienung der Spritze hat man eine Freiwillige Feuerwehr gegründet; ...“

Die „höhere Anordnung“ war ein Aufruf des Kaisers Wilhelm II.; es sollten im ganzen Land Freiwillige Feuerwehren gegründet werden. Die Kolkhagener Bürger setzten dies auch um. Neben der „Absprotzspritze“ wurde das Feuer noch mit Ledereimer und Feuerpatsche gelöscht. Damals fuhren die Feuerwehrmänner aus Kolkhagen mit Pferd und Wagen zum Einsatz. Zur Unterbringung des Feuerwehrkutschwagens war ein „Spritzenhaus“ in der Ortsmitte am Bach erbaut worden. „Die Freiwillige Feuerwehr Kolkhagen wurde [1930] neu bestätigt. Zwei Jahre tobte ein Kampf. Die Mehrzahl hielt treu zur Stange. Der kleinen Minderheit (um nicht zu sagen eine Einzelperson) gelang es, die Sache dahin zu treiben, daß durch den Landrat die amtliche Anerkennung entzogen wurde. Die eingerichtete Zwangsfeuerwehr war ein verunglücktes Experiment.“ Ersetzt wurde die „Absprotzspritze“ 1935 durch eine Tragkraftspritze (TS) der Firma Meyer Hagen, die von der damaligen Gemeinde Kolkhagen beschafft wurde, und „auf Veranlassung des Bürgermeisters Karl Fuhrhop [er war zu dieser Zeit auch Kreisbrandmeister] beschaffte das Dorf eine Motorspritze und die komplette Ausrüstung für die Feuerwehrmänner.“ Die Feuerwehr Kolkhagen war damit eine der ersten Wehren im damaligen Unterkreis 9 Lüneburg, die eine Tragkraftspritze ihr eigen nennen konnte. Dieser folgte dann 1953 eine neue TS Magirus. Der Anhänger, in dem die TS transportiert wurde, war nun im „Spritzenhaus“ untergebracht und wurde von einem Traktor gezogen.

Das erste Feuerwehr-Einsatzfahrzeug, ein Opel-Blitz MTW (Mannschaftstransportwagen), wurde Anfang der Fünfziger Jahre angeschafft. Ihm folgte ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) der Marke Ford Transit mit Staffelbesatzung. Im Jahre 1966 wurde eine neue TS in Dienst gestellt. 1971 kaufte die Gemeinde Kolkhagen aus eigenem Haushalt ein Löschgruppenfahrzeug LF 8 Mercedes mit Schlingmann-Aufbau. Für dieses Fahrzeug wurde im gleichen Jahr ein neues Feuerwehrhaus gebaut, das heute noch den Fahrzeugen und den Kolkhagener Feuerwehrleuten als Standort dient. Im Zuge der Verwaltungs- und Gebietsreform 1974 wurde die Feuerwehr Kolkhagen der Samtgemeindefeuerwehr Ilmenau angegliedert. Das erste Funkgerät wurde 1977 ins Fahrzeug eingebaut.

Die Samtgemeinde Ilmenau  schaffte 1996 die heutige TS Rosenbauer an.

Im Juni 1999 bekam die Feuerwehr Kolkhagen ihr heutiges LF 8 der Firma Iveco.

Eine zusätzliche Aufgabe bekamen die Kolkhagener Kameraden im Oktober 2001 als der Einsatzleitwagen (ELW) der Samtgemeindefeuerwehr in Dienst genommen und Kolkhagen ein Teil des Hilfeleistungszuges Ilmenau wurde. Die Ortwehr hat zur Zeit 29 aktive Mitglieder.

Das 1971 erbaute Feuerwehrhaus erweiterten die Kolkhagener Feuerwehrmänner 1983 in Eigenleistung durch einen Schulungsraum. Anschließend wurde der Hinterhof des Feuerwehrhauses zum Grill- und Festplatz umgestaltet. Als letzte Baumaßnahme wurde 1996 ein Ausschankhäuschen ebenfalls in Eigenleistung erstellt. Sämtliche Bauelemente stifteten und spendeten Kolkhagener Feuerwehrmänner und Bürger.

1990 wurde mit Hilfe der Wehr, der Wanderweg „Kirchsteig“, Verbindungsweg Bokenkamp-Rüstgarten, neu befestigt und somit wieder hergestellt.