Ein Fazit gleich an den Anfang: Ohne gute Kommunikation wird es schwierig!

Und das heißt nicht, wir brauchen unbedingt Funk. Mit sogenannten Krad-(oder  Quad-) Meldern geht dies auch, braucht eben mehr Zeit. Wichtig aber für jede Kommunikation ist, dass die Informationen die mitgeteilt werden, alle notwendigen Angaben beinhalten.

Zwei Beispiele:

Ein ortsansässiges Bestattungsunternehmen braucht eine Notstromversorgung für die Kühlräume. In der Mitteilung fehlte schlicht und einfach die Antwort auf die Frage „Wo?“ Gemeint war der Standort in Deutsch Evern, aber die Anfrage kam über den Kradmelder aus Embsen.

In Kolkhagen war ein LKW verunglückt und per Kradmeldung wurden Kräfte angefordert, die beim Umladen und Straße frei machen benötigt wurden. Als die Meldung in der örtlichen Einsatzleitung  bei der Samtgemeinde Ilmenau ankam, hatten die Kolkhagener Kräfte die Aufgabe längs gelöst. Wichtig in der Meldung wäre jedoch noch gewesen, was für eine Ladung, wie viele Kräfte und wie blockiert der LKW die Straße.

Mit Funk wären die Informationen schnell erfragt wurden, die Aufgabenerledigung kein Problem gewesen.

So war es an vielen Einsatzstellen: Es konnte nicht einfach nachgefragt werden, ob Kräfte, ob Gerät irgendwo frei ist, ob der Rettungsdienst schnell wo anders hinkommen kann/muss. In der Straße Am Rischpool war eine Person verschüttet und unter einer Betonplatte eingeklemmt; der Rettungsdienst stand in Bereitschaft daneben, doch in Embsen, in der Lindenstraße wäre er sofort gebraucht wurden.

Entscheidungen mussten getroffen werden: Was hat Vorrang, was ist wichtig, was muss/kann warten?

Auch die Polizei stellte sich dieser Frage. Fährt sie zur Randale beim Supermarkt oder zu einem Feuerwehrhaus (beide Randalen wegen Trinkwasser). Übrigens die Polizei war auch nur über die Kradmelder der Feuerwehr erreichbar.

Wie der Rettungsdienst (ASB und DRK) hatte das THW seinen Standort an der Samtgemeinde Ilmenau bei der örtlichen Einsatzleitung und wurde von hieraus zu den Einsätzen geschickt; so unter anderem mit der Avacon AG und der Purena GmbH Wasserwirtschaft. Es wurden Notstromeinspeisungen für die Bohrbrunnen (Löschwasser) oder am Schulzentrum in Embsen (Notunterkünfte) überprüft. Gegenmaßnahmen für das Abwasserproblem besprochen: Wo laufen Pumpstationen über und müssen Gruben oder Gräben ausgehoben werden.

Alle Einsätze, alle Entscheidungen mussten unter dem Aspekt getroffen werden, dass der Strom für längere Zeit ausfällt und das ist nicht immer einfach! Entscheiden Sie: Lasse ich den Schweinestall, in dem noch Schweine sind, niederbrennen oder halte ich das Trinkwasser aus den Tanklöschfahrzeugen für einen Hausbrand oder zur Trinkwasserversorgung zurück?

Ungefähr 150 Einsatzkräfte aus den Feuerwehren der Samtgemeinde, von der Samtgemeindeverwaltung, der Polizei, den Rettungsdiensten DRK und ASB, des THW, der Avacon AG und der Purena GmbH Wasserwirtschaft stellten sich den „Einspielern“ der Freiwilligen Feuerwehr Amelinghausen und eben der Fragestellung „Was ist wichtig?!“

Vielen Dank den ansässigen Firmen, die an diesem Tag mitwirkten:

ADAC Fahrsicherheitszentrum Hansa GmbH & Co.KG

Ahorn Trauerhilfe Lips, Deutsch Evern

Alten- und Pflegeheim Waldfrieden, Deutsch Evern

Bäckerei Kruse, Barnstedt

EDEKA aktiv markt David, Melbeck

EDEKA aktivmarkt Mues, Deutsch Evern

Fachwerkbau Höbermann Peter JAWO, Deutsch Evern

Garten- und Landschaftsbau Timo Uhlig, Melbeck

Ilmenaupark Melbeck GmbH & Co.KG (Campingplatz Melbeck)

KFZ-Meisterbetrieb und LTG Tankstelle Uwe Mohr, Deutsch Evern

Lebenshilfe Lüneburg-Harburg gemeinnützige GmbH, Wohnheim Embsen

Reitschule und Pferdepension Jörg Schattling, Embsen

Reitstall O’Sullivan, Melbeck

Tierärztliche Klinik Oerzen

 

Ein weiterer Dank geht an die landwirtschaftlichen Betriebe in der Samtgemeinde, die ihre Gebäude und Flächen für Übungen zur Verfügung stellten.

Ebenso bedanken wir uns bei den Privatpersonen, die die Einspieler der Feuerwehr Amelinghausen mit Leben füllten.

 

Die Übung ist zu Ende, aber die Auswertung steht nun an. Was muss beachtet werden, was verändert? Wo muss nachgerüstet werden, z.B. in den Feuerwehrhäusern, bei der Notstromeinspeisung?

Wie wird mit Angeboten von den Anwohnern umgegangen? Ein Amateurfunker bot seine Hilfe an, denn mit ihren Geräten und ihrer Notstromversorgung kommen sie weit und halten lange aus.

Alles muss beachtet werden für einen hoffentlich nie eintretenden Notfall. Oder ist es wirklich so unwahrscheinlich, dass der Strom für länger ausfällt. Die Bevölkerung der Samtgemeinde scheint es zu glauben, denn viel Interesse gab es nicht. Vielleicht war auch das gute Wetter verantwortlich, um nicht beim Feuerwehrhaus vorbeizuschauen.

 

Über unsere Ergebnisse, die sich aus der Übung ergeben werden wir Sie weiterhin an dieser Stelle informieren.

 

Uwe Hauschild

Freiwillige Feuerwehr Ilmenau

Gemeindebrandmeister

gbm@feuerwehr-ilmenau.de

 

Ulrik Etzold

Freiwillige Feuerwehr Ilmenau

Pressewart

presse@florian-ilmenau.de