Ausbildung mit neuem hydraulischem Rettungsgerät intensiviert

Am Freitag den 28.01.2011 fand der Monatsdienst der Feuerwehr Deutsch Evern statt. Ziel des Dienstes war es das neue Rettungsgerät der Firma Holmatro, bestehend aus Schere und Spreizer, kennen zu lernen und die erweiterten Einsatzmöglichkeiten auszuloten. Um dies zu ermöglichen, unterstützen zwei Kameraden der Ortsfeuerwehr Melbeck an diesem Abend. Hintergrund ist, dass die Ortfeuerwehr Deutsch Evern und Melbeck im „Rendezvous-System“ arbeiten. Das „Rendezvous-System“ sieht vor, dass bei einem Verkehrunfall mit eingeklemmter Person immer mindestens zwei Hydraulische Rettungsgeräte vor Ort sein sollen. Bei einem Ausfall eines Gerätes, ist somit sofort ein Ersatzgerät vor Ort und wertvolle Zeit zur Rettung der verunfallten Person eingespart. Weiterhin verfügen beide Wehren über das gleiche Rettungsgerät. Die Ortsfeuerwehr Melbeck hat zusätzlich zur Schere und dem Spreizer noch hydraulische Stempel, die ebenfalls mit dem Gerät aus Deutsch Evern betrieben werden können, an Bord des Tanklöschfahrzeuges 20/35.

Unter der Leitung von Günter Kressin und Ulf Oetzmann wurden zu erst in einem theoretischen Teil die Vorgehensweise und Einsatzgrundsätze erarbeitet. Anschließend wurden in der Fahrzeughalle die neuen Erkenntnisse in die Tat umgesetzt. Um eine intensiveren Umgang mit dem Gerät zu ermöglichen, wurde zeitgleich an zwei Fahrzeugen gearbeitet. Besonderen Wert wurde auch auf den Einsatz des „Inneren-Retter“ gelegt. Der „Innere-Retter“ ist für die Betreuung der verletzten Person und die Erkundung des Fahrzeuges verantwortlich. Bei der Erkundung des Fahrzeuges muss dieser feststellen, wo sich z.B. die Gasgeneratoren der Airbags befinden, elektrische Leitungen  verlaufen oder Kraftstoffreserven in Kanistern mitgeführt werden. Hierfür ist es zum Beispiel auch nötig, die Innenverkleidungen zu lösen. Er ist das Auge für den Trupp, der mit dem Rettungsgerät einen Zugang zum Verletzten schneidet und ist entscheidend für die schnelle Rettung mitverantwortlich.

Die Befreiungsöffnung wird vom Angriffstrupp geschaffen. Im Fahrzeug schützt der „Innere-Retter“ die eingeklemmte Person mit einem Patientenschutz vor weiteren Verletzungen
Einsatz eines Rettungszylinders

Weiterhin wurde auch auf die Bedeutung von „Rettungskarten“ hingewiesen, da die moderne Technik immer mehr Sicherheit bietet, allerdings teilweise die rasche Befreiung der Insassen erschwert, wurden „Rettungskarten“ von den führenden Autoherstellern entwickelt. Mit Hilfe dieses Datenblattes in DIN-A4-Format, was mittlerweile für sehr viele Marken und Modelle zur Verfügung steht, kann eingesehen werden, wo z.B. Batterien, Airbags oder Tanks verbaut sind. Durch „Rettungskarten“ soll eine schnellere und behutsamere Rettung ermöglicht werden.

Um auch immer die richtigen „Rettungskarten“ zur Hand zu haben, können Sie ihre Feuerwehr unterstützen und die für ihren Fahrzeugtyp auf www.rettungskarten.eu oder www.adac.de/rettungskarte downloaden, im Anschluss in Farbe ausdrucken und in ihrem Auto mitführen. Ein geeigneter Platz für die „Rettungskarte“ in ihrem Auto ist hinter der Sonnenblende.

Jan-Christian Simon
Ortsfeuerwehr Deutsch Evern