Foto. Nico Schmidt / OrtsFw Reppenstedt

Das Feuerwehrteam des Jahres 2012 kommt aus Detmold

 

Ulm. Der zum ersten Mal verliehene Conrad Dietrich Magirus Preis ging an die Feuerwehr aus Detmold. Überreicht wurde der Preis von Olympia-Sieger Matthias Steiner.

Die Feuerwehr Detmold hatte unter der Rubrik Brandbekämpfung den Löscheinsatz einer Grundschule eingereicht. Sie konnten das Schulgebäude und die Turnhalle retten, jedoch wurde der angeschlossene Kindergarten ein Opfer der Flammen. Nach dem Einsatz war für die Feuerwehrleute der Einsatz noch nicht beendet: Sie sammelten in einer Hilfsaktion neues Spielzeug für den Kindergarten.

Aus dem Landkreis Lüneburg waren ebenso zwei Feuerwehren unter den letzten fünf Kandidaten in der Kategorie Brandbekämpfung. Die Feuerwehr Gellersen hatte einen Dachstuhlbrand und die Feuerwehr Ilmenau den Einsatz bei einer Recylingfirma.

Enttäuschung kam bei beiden Feuerwehren nicht auf, als der 1. Platz nicht an sie vergeben wurde. Es war schon ein gutes Gefühl unter den ersten 14 Kandidaten gewesen zu sein, mehr als 100 Feuerwehren hatten sich beworben. „Der Abend an sich ist schon was Besonderes. Und dann noch dabei sein dürfen!“ waren sich die Delegationen aus Gellersen und Ilmenau einig.

Der Abend der Verleihung war eine runde Sache:

14 Finalisten wurden nach Ulm eingeladen. Untergebracht waren alle im Hotel Maritim. Hier fand die Verleihung im Einsteinsaal statt. Die Abstimmung zum Feuerwehrteam 2012 fand in zwei Schritten statt. Zuerst wählte eine Fachjury aus den Einsendungen die besten Einsätze aus und stellte die Finalisten dann einem Online-Voting.

In der Kategorie Rettungseinsätze ging der erste Preis an die Freiwillige Feuerwehr Falkensee sowie in der Rubrik Zivile Einsätze an die Jugendfeuerwehr Dieburg.

Der Geschäftsführer von Magirus Iveco Brandschutztechnik GmbH Antonio Benedetti erklärte wie der Preis entstand: Damit seine Angestellten und er besserverstehen, was bei einem Einsatz der Feuerwehren gebraucht wird, hat er eine eigene Feuerwehr-Akademie gegründet. Diese Akademie sollte die Entwickler in der Firma in Einsätzen schulen. Eine Übungsaufgabe war, Menschen aus einem brennenden Gebäude aus dem zweiten Stock zu retten und über eine Drehleiter in Sicherheit zu bringen. Nach Lösen der Aufgabe, dem Stress und der schweren Ausrüstung erklärte Benedetti, war er richtig nass geschwitzt. Als ihm dann noch die Ausbilder mitteilten, dass nun noch die Schreie der Menschen und eine Hitze bis zu 600° C hinzukämen, war sein Respekt vor der Leistung der Feuerwehrleute enorm und es entstand der Wunsch diese Leistung zu würdigen.

„Dieser Award soll ein Dank an die über 1,3 Millionen Feuerwehrleute in Deutschland sein. Sie leisten ihren Dienst für die Gesellschaft zumeist freiwillig“ sagte Antonio Benedetti.

So, das war der Text an die Medien; es gab aber noch mehr:

Der Delegation Ilmenau gehörten an:

Dietrich Heyden von der OrtsFw Lüneburg-Mitte,

Peter Vogt, Ortsbrandmeister der OrtsFw Wetzen,

Eckard Vogt von der OrtsFw Wetzen,

André Salwik aus der OrtsFw Melbeck, Sicherheitsbeauftragter FFw Ilmenau,

Cord Lade aus der OrtsFw Melbeck, Atemschutzbeauftragter FFw Ilmenau,

Jens Seeger aus der OrtsFw Embsen, Delegationsleiter

Ulrik Etzold aus der OrtsFw Kolkhagen; Presse- und Öffentlichkeitsarbeit FFw Ilmenau.

(Unser Gemeindebrandmeister Uwe Hauschild hatte den Einsatz im Mai 2012 eingesendet und alle beteiligten Organisationen für diese Teamleistung benannt. So konnte und durfte jede Organisation einen Vertreter schicken.)

Der 23.11. begann früh; zwischen vier Uhr und halb sechs Uhr morgens wurden wir eingesammelt und warteten in Amelinghausen auf die Reppenstedter. Im losen Verbund aber mit gemeinsamen Pausen fuhren wir gen Ulm. Hier schauten wir uns zuerst das Werk für Drehleiterbau der Firma IVECO MAGIRUS an. Anhand der Auftragsschilder in der Windschutzscheibe konnten wir die Aussage des Marketingleiters bestätigt finden, dass in alle Welt geliefert wird. Fotos im Werk selbst durften nicht gemacht werden, aber auf dem Freigelände.

Im Hotel Maritim waren alle Kandidaten untergebracht. (Und hier fühlte ich mich irgendwie fehl am Platz: Ich fahr lieber Campen und geh zum Duschen über‘n Platz und hol‘ mir meine Chips im Camping-Shop als in der Minibar!) Es war beeindrucken, welche Kulisse für den Award geschaffen wurde. Auf dem Platz vor dem Hotel waren Drehleitern aufgebaut und zeigten, worum es an diesen Abend hier geht.

Nachdem jedes Team sich angemeldet hatte, wurde ein Foto gemacht und ein Fernsehteam (ich glaube, die arbeiteten für einen Sender aus Luxemburg) stellten ein paar Fragen, die Jens Seeger mit unser aller Unterstützung beantworten konnte (wir haben dazwischen geredet, während Jens ganz ruhig antwortete). Begrüßt von freundlichen Servicekräften mit einem Getränk seiner Wahl gingen wir eine lange Treppe hinauf und konnten die Atmosphäre in uns aufnehmen. Der Einsteinsaal soll bis zu 1500 Menschen fassen; neben den Delegationen waren rund 300 geladene Gäste anwesend, also zirka 500 Personen. Eröffnet wurde der Abend von einer vierköpfigen Percussionband, die ihren Klappleitern heiße Rhythmen entlockten; sie beendeten auch mit einem zweiten Stück die Preisverleihung.

Danach erwartete alle Gäste ein Menü, welches keinen Wunsch ausließ. Und war der Teller leer, war er auch schon weg. Die Servicekräfte waren überall, räumten die Stehtische ständig frei und erfüllten fast jeden (Getränke-) Wunsch. Der gesellige Teil des Abends wurde von der IVECO-Bigband begleitet; ein Ohrenschmaus.

Versucht haben wir es, aber es klappte nicht ganz mit anderen Teams in Gespräch zu kommen, dies war ein Wunsch der Veranstalter gewesen. Wir Ilmenauer haben uns aber sehr gut mit der Delegation aus Gellersen verstanden: So war ein gemeinsames Foto mit dem Olympioniken Matthias Steiner eine Selbstverständlichkeit.

Gegen Mitternacht klang der Abend aus. Wer dann noch Stehkraft hatte, fand sich in der Pianobar des Hotels ein, wo es bei Live-Soulmusik weiterging.

Foto: Nico Schmidt / OrtsFW Reppenstedt

Am nächsten Morgen begrüßten sich alle wieder beim Frühstück. Danach war die Heimreise angesagt, die, wie die Hinfahrt, gut 7 ½ Stunden dauerte. Danke an Cord und André für’s Fahren und dir Jens für die ruhig und angenehme (Delegations-)Leitung.

Text und Bilder:

Ulrik Etzold